Clickertraining mit Hund – eine Anleitung für Anfänger
Beim Clickertraining mit Hund handelt es sich um eine positive Trainingsmethode, die sich der klassischen Konditionierung einordnen lässt. Mithilfe eines Clickers, ein Plastikgehäuse mit einer Metallzunge, wird ein kurzes, prägnantes Klickgeräusch erzeugt. Dieser für den Hund vorerst neutrale Reiz wird im Training mit einem Futterlob verknüpft und erhält somit für den Hund eine verstärkende Wirkung. Basierend auf dem Clickertraining können einfache bis komplexe Übungen kleinschrittig erlernt werden, wobei der Hund immer für das gewünschte, gezeigte Verhalten geklickt bzw. gelobt wird.
Auf welche wichtigen Regeln du beim Clickertraining achten musst und welche Ausrüstung dafür nötig ist, erfährst du in diesem Ratgeber.

Inhalt
Clickertraining: Das Grundprinzip einfach erklärt
Das Clickertraining bedient sich am Prinzip der klassischen Konditionierung. Dabei wird ein zunächst neutraler Reiz (das Klicken des Clickers) wiederholt mit einem Highlight (Futter) verknüpft. Der Hund lernt, dass auf das Klickgeräusch eine Belohnung folgt.
Der eigentliche Verstärker für den Hund bleibt nach wie vor das Futter. Allerdings ist es nicht immer möglich, dem Hund genau in dem Moment ein Leckerli zu verabreichen, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt. Hier kommt also der Clicker ins Spiel: dem Futterlob vorangestellt, kannst du mit einem kurzen, prägnanten Klickgeräusch dem Hund sekundengenau signalisieren, dass er etwas richtig gemacht hat und dafür eine Belohnung erhält.

Im Gegensatz zur menschlichen Stimme, die je nach Stimmung und Emotion unterschiedlich klingen kann, erzeugt der Clicker immer dasselbe eindeutige Signal. Es hebt sich deutlich von alltäglichen Geräuschen ab und lässt sich vom Hund leicht wiedererkennen. So kannst du erwünschtes Verhalten präzise bestätigen und deinem Hund das Lernen erleichtern.
Was sind die Vorteile des Clickertrainings?
An sich hat das Clickern keine Nachteile, da jederzeit positive Assoziationen mit dem Training geschaffen werden. Die Vorteile des Clickertrainings sind demnach vielfältig:
- gleichbleibendes, unverkennbares Klickgeräusch, unabhängig von den eigenen Emotionen
- sekundengenaues und präzises Belohnen möglich
- Bestätigung eines Verhaltens auch auf größere Distanz möglich
- Hund versteht Übungen schneller
- Hund ist motiviert beim Training
- unendlich viele Einsatzmöglichkeiten: vom Welpentraining bis hin zum Agility-Training ausgewachsener Hunde
Da das Clickertraining auditiv ausgerichtet ist, kann es selbstverständlich nicht für gehörlose Hunde angewandt werden. Mit tauben Hunden muss dennoch nicht auf positive Verstärkung verzichtet werden: Anstatt des Klickgeräuschs kann eine gleichbleibende Gebärde gefunden werden, die dem Hund signalisiert, dass er richtig gehandelt hat und ein Leckerli erhalten wird.
Was braucht man für das Clickertraining?
Der Clicker ist ein kleines mechanisches Plastikgerät mit Metallzunge, die beim Drücken ein lautes Klickgeräusch erzeugt. Bei manchen Clicker-Modellen kann die Lautstärke über einen Schieberegler eingestellt werden, um auch auf größerer Distanz zwischen Hund und Mensch ein ausreichend lautes Signal zu erzeugen. Es gibt aber auch Modelle mit integrierter Hundepfeife, um Rückrufsignal und Klicksignal in meinem Gerät zur Hand zu haben.
Auf jeden Klick erfolgt ein Leckerli – das A und O beim Clickertraining und der Primärverstärker für den Hund. Bei der Wahl des passenden Trainingsleckerli solltest du darauf achten, dass sie handlich und leicht sind und vom Hund zügig gefressen werden können. Dafür eignen sich weiche Fleischwürfel am besten. Bei harten Kauartikeln würde der Hund sich zu sehr auf das Fressen konzentrieren und damit die Trainingseinheit unterbrechen.
Alternativ zu Leckerli kannst du auch auf eine Belohnung aus der Tube mit Leberwurst gefüllt zurückgreifen.

Insbesondere in den Anfängen des Clickertrainings solltest du viel Zeit, Geduld und Ruhe mit wenig Ablenkungen mitbringen, damit der Hund es leichter hat, die Verknüpfung zwischen Verhalten, Klick und Futter zu verstehen.
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Bevor du startest: Wichtige Regeln beim Clickern

Damit allein das gewünschte Verhalten des Hundes verstärkt wird, ist präzises Timing im Clickertraining entscheidend. Und das ist besonders am Anfang gar nicht so einfach zu erreichen. Konditioniere dich daher zuerst selbst auf den Klick und lass den Hund außen vor. Am Besten nimmst du dir dafür beispielsweise einen Tennisball, wirfst ihn in die Luft und klickst den Moment, da der Ball am höchsten Punkt seiner Flugbahn ankommt.
Bis du das richtige Klick-Timing intus hast, kann es eine Weile dauern. Lass dir damit aber ruhig Zeit, bevor du deinen Hund ans Clickern heranführst, um beim Hund Fehlverknüpfungen zu vermeiden.
Ängstliche Hunde solltest du langsam an das laute Klickgeräusch gewöhnen. Entweder hat der Clicker einen Lautstärkeregler oder du hüllst ihn die ersten paar Male in ein Stück Stoff ein, um das Geräusch abzudämpfen.
Warum ist präzises Timing beim Clickern so wichtig?
Der Hund verknüpft zwei Reize miteinander, die gerade einmal eine halbe Sekunde auseinanderliegen. Das bedeutet für dich, dass du sekundengenau clickern musst, um das richtige Verhalten zu bestärken. Besonders beim Erlernen einer neuen Lektion bietet der Hund meist nur Ansätze in die richtige Richtung an, in der Hoffnung, mit einem davon ins Schwarze zu treffen. Deine Aufgabe ist es dann, den richtigen Ansatz zu klicken und zu belohnen. Clickern kann man daher auch wie ein Trial-and-Error-Spiel für den Hund verstehen.
Und wer zu langsam klickt, wird das Verhalten des Hundes belohnen, das er gar nicht beabsichtigt hat.
Clickertraining mit dem Hund beginnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Am Anfang ist das Klickgeräusch für den Hund absolut bedeutungsfrei, daher geht es in erster Instanz darum, dem Reiz des Klickgeräuschs eine Bedeutung beizumessen. Ist diese Grundlage geschaffen, geht es mit dem positiven Hundetraining dann ganz schnell voran.
Wie fange ich mit dem Clickertraining an?
- Schaffe eine ruhige Trainingsumgebung: Ein Ort mit wenig Ablenkungen, damit der Hund nicht durch Störgeräusche von der vorgesehenen Verknüpfung abgelenkt wird
- Gewöhne deinen Hund an den Clicker: Vor allem bei ängstlichen Hunden kann das laute Knick-Knack zuerst zu Irritierung führen. Idealerweise beginnst du mit einer leisen Lautstärke. Lässt sich diese nicht manuell einstellen, kannst du den Clicker auch mit Stoff abdecken, um das Geräusch vorerst abzudämpfen
- Verknüpfe Klick mit Futter: klick – gib dem Hund Futter – klick – gib ihm Futter usw.
Wiederhole diesen Schritt nicht länger als 10 Minuten am Tag. Bei manchen Hunden dauert die Verknüpfung zwei bis drei Tage, bei anderen Hunden länger. Gehe erst zum nächsten Schritt über, wenn der Hund verstanden hat, dass auf das Klickgeräusch ein Futterlob folgt. Lass dafür anfangs die Stimme weg, damit der Hund wirklich nur mit dem Knick-Knack des Clickers das Futter verknüpft. - Ändere deine Position: Damit dein Hund nicht bereits in der Gewöhnungsphase den Klick mit einem bestimmten Verhalten verknüpft, solltest du deine Position und deinen Standort wie auch die Position des Hundes regelmäßig wechseln.
- Konsequent bleiben: Nach ausnahmslos jedem Klick muss ein Futterlob folgen. Selbst, wenn du beim Clickern nicht in Reichweite bist, solltest du direkt zum Hund gehen und ihm sein Leckerli geben.
Was sind einfache Clicker-Übungen für Anfänger?
Es gibt drei sehr einfache Übungen, mit denen du ins Clickertraining mit Hund starten kannst: Blickkontakt, die Grundkommandos Sitz und Platz mit dem Clicker verstärken und das beliebte Targettraining.
Blickkontakt des Hundes clickern
Der Blickkontakt des Hundes mit seinem Herrchen ist für Kontrolle und Sicherheit im Alltag wichtig. Über den Blickkontakt wird eine Kommunikationsverbindung zwischen Hund und Halter in einem gewünschten Moment aufgebaut und der Hund von einem außenstehenden Reiz abgelenkt.
Der Blickkontakt ist mit Clicker einfach aufgebaut: Halte die Leckerlis in der Hand und warte darauf, dass der Hund seinen Blick von der „Leckerli-Hand“ löst und dich anschaut. Sobald er das tut, klickst du und gibst ihm ein Leckerli.
Bei gierigen Hunden, die sehr auf das Leckerli fixiert sind, kannst du mit einem kurzen Schnalzen oder anderen Geräusch auf dich aufmerksam machen, damit sich der Hund vom Leckerli löst.

Wenn der Hund dich aber bereits ansieht und du nicht die Möglichkeit hast, zu clickern, strecke den Arm mit der Leckerli-Hand von dir weg. Der Blick des Hundes wird der Hand folgen. Warte, bis er dich erneut ansieht, dann klickst du und wirfst ihm zur Belohnung ein Leckerli von dir weg, damit der Blickkontakt unterbrochen wird.
Hat der Hund das Prinzip verstanden, kannst du das Wortsignal „Schau“ hinzufügen. Schaut dich der Hund dann an: Klick – Leckerli.
Um das Signal zu festigen, solltest du die Übung in regelmäßigen Abständen wiederholen. Später kannst du sie auch beim Spazierengehen anwenden, um die Aufmerksamkeit des Hundes immer mal wieder auf dich zu lenken.
„Sitz“ mit Clicker markern

Bereits bekannte Kommandos wie „Sitz“ eignen sich ideal für den Einstieg ins Clickertraining mit Hund. So versteht dein Hund das Prinzip schneller und wird motiviert, vertraute Übungen auszuführen.
Warte, bis dein Hund sich setzt, klicke im richtigen Moment und belohne ihn direkt mit einem Leckerli. Bringe ihn anschließend wieder ins Stehen und wiederhole die Übung. Hat dein Hund die Verknüpfung verstanden, kannst du das Signalwort „Sitz“ ergänzen. Beherrscht er das Kommando bereits, kannst du es direkt einsetzen.
Vergiss nicht, den Hund aus seinem Sitzen mit einem Auflösesignal wie „Okay“ oder „Frei“ herauszuholen, sobald er „Sitz“ verstanden hat. So wird aus „Sitz“ ein klares Kommando, das erst durch ein weiteres Signal beendet wird. Erst, wenn das Sitz-Kommando von dir aufgelöst wird, erhält der Hund ein Klick und Leckerli.
Targettraining: Mit der Nase ein Ziel berühren
Das Targettraining gehört zu den beliebtesten Übungen beim Clickertraining mit Hund. Dabei lernt dein Hund, ein bestimmtes Ziel (Target), beispielsweise deine geöffnete Handfläche oder einen Targetstab, mit der Nase zu berühren. Halte zunächst deine Hand in die Nähe deines Hundes. Sobald er sie mit der Nase berührt, bestätigst du das Verhalten mit einem Klick und belohnst ihn direkt mit einem Leckerli. Wiederhole die Übung, bis dein Hund das Prinzip verstanden hat.
Anschließend kannst du das Wortsignal „Touch!“ einführen.
Als Steigerung der Übung kannst du deine Hand in verschiedene Positionen bringen, damit sich der Hund aktiv dorthin bewegen muss. Halte dafür deine Hand von dir weg oder verstecke sie hinter deinem Rücken, sodass der Hund für das Signal „Touch!“ aufstehen und zur Hand laufen muss.

Für den nächsten Steigerungsgrad bewegst du das Target langsam umher, sodass dein Hund ihm folgen muss. Gehe dabei kleinschrittig vor und beende das Training immer positiv.
Auf dieser Übung lassen sich später auch komplexere Verhaltensweisen aufbauen und trainieren.
Was sind die häufigsten Fehler beim Clickern?
Zu spät oder im falschen Moment
Das A und O beim Clickern ist der richtige Zeitpunkt. Da der Klick das im Moment gezeigte Verhalten verstärkt, kann es passieren, dass dieser Moment so schnell vorbeizieht, dass das unerwünschte Verhalten geklickt und gelobt wird. Zeigt der Hund beispielsweise das gewünschte „Kopf auf der Hand ablegen“, hebt aber augenblicklich wieder den Kopf und wird dann erst geklickt, erhält er die Bestätigung für das Kopf Wiederanheben. Es ist daher essentiell, zuerst sich selbst auf Schnelligkeit und Präzision zu trainieren, bevor du die Clickerarbeit mit dem Hund beginnst.

Wenn du mal das falsche Verhalten klickst, ist das auch nicht so dramatisch, sollte aber nicht allzu häufig vorkommen, um die korrekte Verknüpfung nicht zu neutralisieren. Klickst du willkürlich oder immer im falschen Moment, verwirrt es den Hund und stellt keine vernünftige Verknüpfung zwischen gewünschtem Verhalten und Belohnung her.
Nach dem Klick nicht belohnen
Der Clicker ist ein zwischengeschalteter Verstärker, der das eigentliche Highlight für den Hund ankündigt. Bleibt dieses Highlight allerdings dauerhaft aus, verliert der Klick für den Hund an Attraktivität und Bedeutung.
Im fortgeschrittenen Training kann es sein, dass der Hund nicht für jeden kleinen Schritt geklickt werden muss. Doch sobald das Knick-Knack ertönt, muss das Leckerli definitiv folgen.
Zu lange Trainingseinheiten
Das Clickertraining ist eine große mentale Anstrengung für den Hund, besonders in den Anfängen. Beginne daher mit kurzen Trainingseinheiten, die nicht länger als 10 Minuten dauern oder teile sie besser in zwei bis drei noch kürzere Einheiten pro Tag ein. Bei längeren Einheiten solltest du auf jeden Fall ausreichend viele Verschnaufpausen einlegen. In diesen Pausen kann der Hund das Gelernte auch am besten verarbeiten.
Übung nicht kleinschrittig genug
Insbesondere beim Erlernen einer neuen Lektion ist es wichtig, diese so kleinschrittig wie nötig herunterzubrechen, damit der Hund sie versteht. Lege dir vor Beginn der Trainingseinheit einen Plan zurecht und überlege, wie klein du die Lernschritte gestalten musst, damit dein Hund schnell Erfolg hat. Denn je größer der Schritt einer unbekannten Lektion ist, desto schwerer fällt es ihm, sie zu verstehen, ein korrektes Verhalten auf dem Weg zum Ziel zu zeigen und desto schneller frustriert er.
Bedenke jedoch, dass du beim Herunterbrechen der Übungen nicht so kleinschrittig wie möglich herangehen musst, nur so kleinschrittig wie nötig.
Merkst du, dass dein Hund mit deinem Vorgehen nach wie vor überfordert oder gar schnell gelangweilt ist, passe deine Trainingsschritte noch einmal an. Denn jeder Hund hat sein eigenes Lerntempo.