Reitbegleithund – in 5 Schritten zum entspannten Reiten mit Hund

Es ist der Traum vieler Hunde- und Pferdebesitzer: Mit beiden Vierbeinern entspannt eine Runde drehen. Damit das Reiten mit Hund für alle Beteiligten zu einem entspannten Erlebnis wird, müssen sich Hund und Pferd zunächst aneinander gewöhnen. Vor allem dein Hund sollte lernen, auch vom Pferd aus zuverlässig auf deine Kommandos zu hören.

Wie wird ein Hund zum Reitbegleithund? In 5 kleinen Trainingsschritten bildest du deinen Hund zu einem zuverlässigen Reitbegleithund aus: Zunächst trainierst du den Grundgehorsam, anschließend das Laufen neben dem Fahrrad und die Begegnung mit dem Pferd. Danach übst du das Auf- und Absteigen mit Hund, bevor ihr eure ersten gemeinsamen Ausritte unternehmt.

Wie du deinen Hund Schritt für Schritt auf das Reiten vorbereitest, welche Ausrüstung du benötigst und welche Hunderassen sich als Reitbegleithund eignen, erfährst du in diesem Ratgeber.

Reitbegleithund

Welche Rasse eignet sich als Reitbegleithund?

Als Reitbegleithund eignen sich vor allem mittelgroße, agile bis athletische Hunde ohne Jagd- und Hütetrieb wie beispielsweise Golden Retriever oder Dalmatiner. Der Hund sollte ausdauernd und schnell genug sein, um mit dem Pferd mithalten zu können, ohne es jagen zu wollen und dadurch in Angst zu versetzen.

Auch wenn man grundsätzlich jeden Hund zum Reitbegleithund ausbilden kann, sollte der Hund gewisse Grundvoraussetzungen mitbringen, die das Zusammenspiel von Pferd, Hund und Reiter erleichtern. Hund und Pferd müssen zusammenpassen, weshalb sich manche Hunderassen mehr oder weniger gut als Reitbegleithund eignen. Eigenschaften eines guten Reitbegleithundes sollten daher folgende sein:

Eignen sich Hunde mit Hüte- oder Jagdtrieb als Reitbegleithunde?

Hunde mit stark ausgeprägtem Hüte- oder Jagdtrieb können beim Ausreiten eine besondere Herausforderung darstellen. Denn ein jagdlich motivierter Hund stellt schnell einmal einer Spur hinterher, von der er sich nur ungern abbringen lässt. Ist der Hund von Boden bereits schwer zu kontrollieren, kann es zu Pferd nahezu ein Ding der Unmöglichkeit werden, dem Hund Einhalt zu gebieten. Gleiches gilt bei Hunden mit Hütetrieb, die damit beschäftigt sein könnten, das Pferd zu hüten und somit sowohl sich selbst in Gefahr bringen als auch das Pferd in Panik versetzen können.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Hunde typischer Jagd- und Hüterassen grundsätzlich als Reitbegleithunde ungeeignet sind. Wichtig ist, dass du ihren Jagd- oder Hütetrieb zuverlässig kontrollieren kannst und dein Hund auch bei Ablenkung auf deine Kommandos hört.

Welche Größe und welches Alter sollte ein Reitbegleithund haben?

Am besten geeignet sind körperlich ausgewachsene, gesunde und athletische Hunde, die problemlos längere Strecken zurücklegen und mit dem Pferd mithalten können.

Große und schwere Hunde sind für einen flotten Dauerlauf nicht gezüchtet und machen daher beim Ausreiten schnell schlapp. Ähnlich ergeht es Hunden mit der Rasse angezüchteter Atemnot (Brachyzephales Atemnotsyndrom) wie es bei Möpsen oder Bulldoggen der Fall ist.

Kleine Hunde wie Chihuahuas übersieht man nicht nur schnell im hohen Gras, sie haben mit ihren kurzen Beinen Schwierigkeiten, mit dem Tempo des Pferdes mitzuhalten. Außerdem lassen sich kleine Hunde vom Pferd aus nicht an- und ableinen, ohne dass man absteigen muss.

Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle: Welpen und junge Hunde, deren Körper sich noch im Wachstum befindet, sollten noch keine längeren Ausritte begleiten. Gleiches gilt für ältere Hunde, deren körperliche Belastbarkeit bereits nachgelassen hat.

Welches Temperament sollte ein Reitbegleithund mitbringen?

Ein guter Reitbegleithund sollte bewegungsfreudig, aktiv, gleichzeitig aber ausgeglichen sein. Schließlich muss er mit dem Pferd Schritt halten können, sollte allerdings in stressigen Situationen kontrollier- und ansprechbar bleiben und Ruhe bewahren können. Border Collies beispielsweise sind grundsätzlich als ausdauernde Reitbegleithunde gut geeignet, doch die reine körperliche Aktivität bringt ihnen nicht immer die notwendige geistige Auslastung, sodass sie oftmals die Tendenz haben, zu überdrehen.

Du solltest also immer individuell abwägen, ob sich dein Hund sowohl vom körperlichen Aktivitätslevel als auch von der mentalen Stabilität als Begleithund eignet oder nicht.

Welche Hunderassen sind gute Reitbegleithunde?

Zu den Hunderassen, die sich aufgrund ihres Temperaments, Gesundheit und Lehrfähigkeit als Reitbegleithund eignen können, gehören unter anderem:

  • Border Collie
  • Australian Shepard
  • Golden Retriever
  • Jack Russel Terrier
  • Dalmatiner
  • Rhodesian Ridgeback
  • Siberian Husky
  • Pudel

Wichtig: Keine Hunderasse eignet sich pauschal als Reitbegleithund, auch innerhalb der Hunderasse unterscheiden sich die Hunde deutlich. Ebenso kann ein gut erzogener, ausgeglichener Mischling ein ebenso guter Reitbegleithund werden wie ein reinrassiger Hund.

Pudel

Sicherheit beim Reiten mit Hund: Welche Ausrüstung eignet sich für Reitbegleithunde?

Für die Sicherheit von Hund, Pferd und Mensch ist folgende Ausrüstung für einen Reitbegleithund nützlich:

Für die Sicherheit des Reiters setzen wir das Tragen eines Reithelms an dieser Stelle voraus.

Hundegeschirr: Ist ein Hundegeschirr oder ein Halsband besser fürs Reiten mit Hund?

Für einen Reitbegleithund eignet sich am besten ein gut sitzendes, atmungsaktives Brustgeschirr. Es verteilt den Druck besser als ein Halsband und schnürt dem Hund nicht die Kehle ab, sollte er einmal an der Leine ziehen. Außerdem sollte bei langer Leine, die ein gewisses Eigengewicht mitbringt, grundsätzlich immer bevorzugt ein Brustgeschirr verwendet werden. Achte auf einen guten Sitz, sodass der Hund Ellbogenfreiheit genießt und in seiner Bewegung nicht eingeschränkt wird. Wie ein Hundegeschirr vermessen wird, liest du in unserem Ratgeber über Hundegeschirre hier.

Hund mit Hundegeschirr Expedition
Unsere Empfehlung: Hundegeschirr Expedition von sugar dog ist ein atmungsaktives Hundegeschirr mit einem Polster aus Mesh. Die weit ausgeschnittene Passform erlaubt maximale Bewegungsfreiheit, um den Hund nicht einzuschränken. Das ist vor allem auf langen Touren wichtig, da der Brustriemen nicht gegen das Schultergelenk drückt und Reibung erzeugt. Mit Haltegriff, robusten Clipverschlüssen und reflektierenden Details.

Reflektierende Ausrüstung kann für sowohl Pferd als auch Hund und Mensch sinnvoll sein. Mit beiden Tieren ins Gelände zu gehen, ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Sollten sich trotz guter Vorbereitung und gutem Training einmal unerwartet die Wege trennen, ist Sichtbarkeit ein wichtiger Faktor, um Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden. Für Hunde gibt es daher

  • Hundegeschirre mit Reflektorstreifen
  • Hundeleinen in auffälligen Signalfarben
  • LED-Anhänger für Halsband, Geschirr und Hundemantel
  • Reflektierende Hundejacke in Signalfarbe

Reitbegleit-Hundeleine: Welche Hundeleine eignet sich zum Ausreiten?

Eine Reitbegleit-Hundeleine sollte leicht, griffig und mindestens 2 m lang sein, damit der Hund entspannt, mit ausreichend Abstand zum Pferd laufen kann. Eine Hundeleine solltest du beim Ausreiten immer dabeihaben, selbst wenn dein Hund im Freilauf zuverlässig hört.

Reitbegleit-Hundeleinen sind idealerweise zwischen 2 und 5 m lang, länger als 7 m sollten diese Schleppleinen allerdings nicht sein. Bei längeren Leinen besteht die Gefahr, dass sie sich in den Pferdebeinen verfängt und so Unfälle herbeiführt. Auch Flexileinen/Rollleinen sind aufgrund ihres klobigen Griffs und des unangenehmen Geräuschs beim Auf- und Abrollen zum Reiten mit Hund ungeeignet.

Reiterin mit Reitbegeithund

Da Hundeleinen zum Ausreiten lang sind, solltest du beim Material darauf achten, dass es möglichst leicht ist und es sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugt. So bleibt die Leine auch bei feuchtem Wetter händelbar.

Wichtig: Befestige die Hundeleine niemals am Körper oder Sattel. Sollte es zu einer heiklen Situation kommen, sollte der Hund schnellstmöglich befreit werden können, indem du die Leine einfach loslässt. Halte sie daher immer aufgerollt in der Hand.

Unsere Empfehlung: Die Schleppleine, 5 m von sugar dog besteht aus einem wasser- und schmutzabweisenden Material, das leicht und griffig in der Hand liegt. Der Aluminiumkarabiner ist ebenfalls besonders leicht, sodass er kaum Gewicht auf den Hunderücken bringt. Mit ihrer 5 m Länge ist sie für das Reiten verschieden großer Pferde ideal.

Hundepfeife: Brauche ich eine Hundepfeife zum Ausreiten mit Hund?

Eine Hundepfeife ist keine Pflicht zum Ausreiten, kann dir aber den Rückruf des Hundes erleichtern. Nicht immer trägt die eigene Stimme so weit, weshalb man sich hierbei mit einer Hundepfeife aushelfen kann. Hat man den Rückruf bereits vom Boden aus mit einem Pfeifton trainiert, kann es dann beim Ausreiten Gold wert sein.

Unsere Empfehlung: Mit der Kombi-Hundepfeife mit Clicker von sugar dog kannst du deinen Hund sowohl zurückrufen als auch mit einem Klicklaut positiv bestätigen.

Trinkflasche für den Hund: Wie viel Wasser braucht ein Hund beim Ausreiten?

Bei längeren Ausritten solltest du immer genügend frisches Trinkwasser für den Hund dabeihaben. Ein Hund benötigt pro Tag ca. 60 ml Wasser je Kilogramm Körpergewicht – bei Hitze und körperlicher Anstrengung entsprechend mehr, wenn das Hecheln zum Abkühlen nicht mehr ausreicht.

Mehr zu den Grundregeln der Hundefütterung liest du in unseren Basics der Hundefütterung.

Plane daher für gemeinsame Ausritte immer eine Trinkflasche für deinen Hund ein. Um Platz im Gepäck zu sparen, kannst du auf Reisetrinkflaschen mit integriertem Napf zurückgreifen.

Unsere Empfehlung: Mit der Reisetrinkfalsche Wanderlust von sugar dog hast du Wasserreservoir und Napf in einem. Die Wasserflasche mit integriertem Trinknapf ist einhändig bedienbar, bruchsicher und umfasst bis zu 550 ml. Ideal für ausgedehnte Ausritte mit Hund und Pferd.

Wie sieht die Ausbildung zum Reitbegleithund aus? 5 Trainingsschritte im Überblick

Auch wenn die Vorfreude auf gemeinsame Ausritte mit beiden Vierbeinern groß ist: Nimm dir für die Ausbildung zum Reitbegleithund viel Zeit und Geduld. Gehe zuerst zum nächsten Schritt über, wenn der vorherige zuverlässig funktioniert. So vermeidest du Überforderung bei Hund und Pferd und stellst sicher, dass sie beide gleichermaßen aneinander gewöhnt sind.

Die 5 Schritte zum Reitbegleithund

1. Schritt zum Reitbegleithund: Grundkommandos und Markerworte

Ziel: Ein zuverlässiger Rückruf in jeder Situation.

Es ist außerdem hilfreich, Markerworte zu verwenden, damit Pferd und Hund unterscheiden können, welcher Befehl an sie gerichtet ist. So kann beispielsweise der Name des Tieres vor den eigentlichen Befehl gesetzt werden.

2 wichtige Grundaspekte für das Reiten mit Hund

  • Grundgehorsam: Voraussetzung für ein sicheres und entspanntes Reiten mit Hund ist die Folgsamkeit des Hundes. Die Grundkommandos „Sitz“, „Halt“, „Platz“, „Bleib“ und „Fuß“ sind das Kleine Einmaleins.
  • Eifersucht: Der Hund muss sich deine Aufmerksamkeit mit dem Pferd teilen. Manche Hunde reagieren mit Fiepen oder Bellen, wenn der Mensch sich (kurz) nur auf das Pferd konzentriert. Eifersucht ist hier fehl am Platz.
Frau mit ihrem Hund

Die Grundkommandos müssen beim Hund 1a sitzen, damit er auch von der Ferne abrufbar ist. Weiterhin sollten sowohl Pferd und Hund getrennt voneinander halfter- bzw. leinenführig sein, damit es bei der Zusammenführung nicht zu einem Kuddelmuddel kommt.

2. Schritt zum Reitbegleithund: Drahtesel – Trockenübungen mit dem Fahrrad

Ziel: Der Hund läuft entspannt neben dem Fahrrad.

Bevor du dein Pferd zur Hand nimmst, sollte sich dein Hund daran gewöhnen, dass du auch auf andere Weise als nur zu Fuß unterwegs bist. Zeige deinem Hund, wie er angemessen neben dem Fahrrad herläuft, ohne zu ziehen, zu bummeln oder kreuz und quer zu laufen. Der Drahtesel ist ein wichtiger Schritt zum Reitbegleithund.

3. Schritt zum Reitbegleithund: Pferd und Hund zu Fuß aneinander gewöhnen

Ziel: Entspannte Spaziergänge mit Hund und Pferd

Nun geht es an die Zusammenführung: Gewöhne Pferd und Hund langsam aneinander, indem du deinen Hund in den Stallalltag integrierst. Hat er sich an die neue Umgebung und die großen Pferde gewöhnt, könnt ihr zu dritt eine Runde spazieren gehen. Hier kann ein Helfer sinnvoll sein, der eines der beiden Tiere übernimmt, sodass man im Notfall Abstand zwischen beide bekommt. Klappt das gemeinsame Spazierengehen, geht es zum zum nächsten Schritt über.

Frau geht mit Pferd und Hund spazieren

4. Schritt zum Reitbegleithund: Das Auf- und Absteigen mit dem Hund üben

Ziel: Der Hund wartet ruhig, bis du auf- bzw. abgestiegen bist.

Im vorletzten Schritt wird das Auf- und Absteigen aufs Pferd mit Hund an der Leine geübt. Dieser Schritt ist eine wichtige Sicherheitsmaßnahme, bevor es zum ersten Mal ins Gelände geht. Nimm dir zum Üben wieder einen Helfer zur Hand. Hund und Pferd sollten mittlerweile an die Nähe des anderen gewöhnt und entspannt sein. Fortgeschrittene können schließlich auch das An- und Ableinen vom Pferd aus üben. Hierfür muss sich der Hund auf die Hinterbeine stellen, damit du die Leine aushaken kannst. Das Pferd sollte sich vor dem hochspringenden Hund nicht erschrecken.

5. Schritt zum Reitbegleithund: Ausreiten mit Hund

Ziel: Hund läuft entspannt mit dem Pferd mit und ist jederzeit abrufbar.

Endlich ist es soweit und der erste Ausritt mit Hund steht an. Auch wenn die Versuchung groß ist, vermeide Überforderung bei Hund und Pferd und gehe anfangs nur eine kleine Runde. Es ist wichtig, dass alle Spaß haben und das Erlebnis positiv abschließen und in Erinnerung behalten. Beginne daher mit kleinen Ausritten, die du von Mal zu Mal ausdehnst.

Damit wünschen wir euch viel Spaß beim Ausreiten zu Dritt. Alles, was du für das Reiten mit Hund brauchst, findest du in unserem Online-Shop: